Dorfkirche in Koserow Dorfkirche in Koserow
Dorfkirche in Koserow
Dorfkirche in Koserow

Dorfkirche in Koserow

Kirchen & Klöster, Backsteingotik
Koserow

Neben den Kirchen in Liepe, Benz und Netzelkow gehört die Kirche in Koserow zu den ältesten Kirchen der Insel Usedom und ist die einzige mittelalterliche an der Usedomer Ostseeküste. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts als kleine Fischerkirche als Backsteinbau auf einem knapp mannshohen Feldsteinsockel erbaut.

Als Vorgängerbau soll eine um 1300 errichtete Feldsteinkapelle gedient haben, von der die Wände im Chor noch bis zum Fensteransatz vorhanden sind. Das originale Mauerwerk ist noch im Mittelteil der Nordseite mit kleinen frühgotischen Fensteröffnungen und dem dreistufigen Spitzbogen des alten Eingangs zu erkennen.

Am Turmeingang wie auch an Teilen der Südfenster des Altarraumes ist der Baustil der Hochgotik ersichtlich. Im Mittelteil des Kirchenschiffes befindet sich zu beiden Seiten ein starker, gestufter Stützpfeiler. Eine Erweiterung der Kirche mit dem Bau des Altarraumes und des Turmes erfolgte im 15. Jahrhundert. Der Giebel zeigt zwei übereinander liegende Reihen zum Teil getreppte Putzblenden sowie ein vermauertes Spitzbogenfenster. Die spitzbogigen Fenster haben mehrfach gestufte Gewände.

1897 wurde die Kirche renoviert. Dabei wurde die Holzbalkendecke angehoben. Sie erinnert an einen umgekehrten Schiffsrumpf. Die Ausstattung der Kirche ist einfach. Der Flügelaltar ist ein Schnitzwerk aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Kruzifixus über der Taufe ist eine schwedische Schnitzarbeit aus dem 15. Jahrhundert. Zempiner Fischer stifteten den Kronleuchter im Turm als Dank für einen reichen Beifang am 6. Januar 1900 im Achterwasser. Auch das Votivschiff ist eine Stiftung eines Ückeritzer Fischers als Dank für Rettung aus Seenot im Jahre 1823.

Die 1897 gebaute Orgel hatte ursprünglich zehn Register. Sie besitzt ein neugotisches Prospekt mit spitzbogigen Pfeifenfeldern. 1977 wurde sie im Zuge einer umfassenden Restaurierung auf vier Register im Pedal und sieben im Manual erweitert.

Das Kirchengeläut besteht aus einer Bronzeglocke aus dem Jahr 1886 und einer zweiten, 2011 eingeweihten, Glocke. Eine größere Glocke soll in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschwunden sein. Sie wurde 1895 in der Swine gefunden und soll sich in einem Museum in Stettin befinden.

Heute finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Klassik am Meer“ in der Kirche auch Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen statt.

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